Leitgedanken: ZEN fürs Leben – Wurzeln & Wege

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ZEN gehört ins Leben
Ein zeitloser Weg für den Menschen von heute

Was bleibt vom Zen, wenn wir Titel, Gewänder, kulturelle Formen und religiöse Zugehörigkeiten für einen Augenblick beiseitelassen? Vielleicht zunächst etwas erstaunlich Einfaches: die Einladung, da zu sein, wahrzunehmen und diesen Augenblick zu leben.

 

Zen entwickelte sich über viele Jahrhunderte innerhalb des Buddhismus und nahm auf seinem Weg durch unterschiedliche Länder und Kulturen verschiedene Formen an. Klöster entstanden, Rituale und Regeln wurden entwickelt, Lehrer-Schüler-Beziehungen bildeten sich heraus, Gewänder wurden getragen und Texte rezitiert. Diese Formen gehören zur Geschichte des Zen und können wertvolle Träger einer lebendigen Praxis sein. Doch wie jede Form weisen sie auf etwas hin, das nicht in ihnen aufgeht. Zen möchte nicht nur erklärt und verstanden, sondern erfahren und gelebt werden.

 

Hier liegt ein wesentlicher Gedanke der Zenklausen. Wir möchten den Menschen nicht zuerst einer Religion, Weltanschauung oder Tradition zuordnen, sondern ihm als Menschen begegnen – mit seiner Geschichte, seinen Fragen und Widersprüchen, seiner Freude und Trauer, seinen Beziehungen und Konflikten, seiner Unruhe und seiner Sehnsucht. Mit seiner Arbeit, seiner Familie und all den kleinen Dingen eines gewöhnlichen Tages. Denn Zen beginnt für uns nicht erst mit dem Betreten einer Meditationshalle. Es beginnt dort, wo Leben stattfindet.

 

Dafür braucht es keine besondere Bildung, keine religiöse Zugehörigkeit und keine spirituelle Rolle. Es braucht zunächst nur die Bereitschaft, für einen Augenblick still genug zu werden, um wahrzunehmen, was ist.

 

Ohne Titel, ohne Kittel

 

Diese Haltung findet sich bereits im Leitgedanken von Mienh Adelheid. Sie schreibt vom Sitzen „ohne Titel, ohne Kittel“, doch bemerkenswerterweise bleibt der Text dort nicht stehen. Wenige Zeilen später trägt er „alle Titel dieser Welt“ und „einen Kittel aus zehntausend Flicken“.

 

Gerade diese Wendung ist für unser Verständnis wichtig. „Ohne Titel, ohne Kittel“ bedeutet nicht, Roben, Rituale oder buddhistische Traditionen abzuwerten. Es bedeutet ebenso wenig, Formlosigkeit zu einem neuen Ideal zu erheben. Eine Robe kann Ausdruck einer tiefen Praxis sein, ebenso wie ihre Abwesenheit nichts über die Tiefe eines Menschen aussagt. Auch Formlosigkeit kann zu einer Form werden, sobald wir uns an sie klammern.

 

Vielleicht liegt Freiheit deshalb weder in der Form noch in ihrer Ablehnung. Die Form darf da sein und sie darf gehen. Entscheidend ist, ob wir sie mit dem verwechseln, worauf sie hinweist.

 

Adelheids Gedicht führt diesen Gedanken noch weiter. Es spricht von „leergefegter Fülle“ und „prallgefüllter Leere“. Darin klingt ein Grundgedanke des Mahāyāna-Buddhismus an, der im Herz-Sutra in der berühmten Verbindung von Form und Leerheit seinen Ausdruck findet. Leerheit, Śūnyatā, meint dabei nicht ein Nichts und auch keine Verneinung der Welt. Sie weist vielmehr darauf hin, dass nichts für sich allein, unabhängig und unveränderlich besteht. Alles entsteht unter Bedingungen, verändert sich und steht in Beziehung zu anderem.

 

Das gilt auch für das, was wir gewöhnlich „Ich“ nennen. Wir haben Namen, Berufe und Geschichten. Wir sind Mutter oder Vater, Partnerin oder Partner, erfolgreich oder gescheitert, religiös oder nicht religiös. All diese Bezeichnungen haben ihren Platz und ihre Bedeutung. Doch keine von ihnen beantwortet vollständig die Frage, wer wir sind.

Zen beantwortet diese Frage nicht mit einer weiteren Definition. Es lädt uns ein, hinzusehen.

 

Dōgen hat diese Bewegung im Genjōkōan in einem Gedanken verdichtet, der für das Zen grundlegend geworden ist: Den Weg zu studieren bedeutet, sich selbst zu studieren; sich selbst zu studieren bedeutet, sich selbst zu vergessen. Dieses Selbstvergessen muss nicht bedeuten, sich selbst zu verlieren. Vielleicht bedeutet es vielmehr, für einen Augenblick nicht ständig jemand sein zu müssen, keine Rolle verteidigen und keine Geschichte über sich aufrechterhalten zu müssen.

 

Schritt vor Schritt

Mienh Judith findet dafür ein anderes, sehr menschliches Bild:

 

„Schritt vor Schritt – manchmal zögernd –
gehe ich über die Brücke
zwischen Nichts und Nirgendwo.“

 

Gerade das „manchmal zögernd“ berührt etwas, das uns für die Zenklausen wesentlich erscheint. Zen verlangt nicht, bereits angekommen zu sein. Niemand muss alles verstanden haben, frei von Zweifel sein oder eine bestimmte spirituelle Stufe erreicht haben. Wir gehen, und dieses Gehen kann sicher oder unsicher, leicht oder schwer sein. Manchmal wissen wir, wohin wir wollen, manchmal wissen wir es nicht.

 

Aber auch der zögernde Schritt ist ein Schritt.

 

Vielleicht ist die Brücke deshalb nicht nur ein Weg zu einem fernen Ziel. Vielleicht ist sie das Leben selbst, das nur in dem Schritt gegangen werden kann, den wir gerade tun. Zen beginnt dann nicht irgendwann nach zwanzig oder dreißig Jahren Meditation und auch nicht erst nach einer besonderen Erkenntnis. Es beginnt mit diesem Atemzug, diesem Schritt, diesem Menschen, der uns gerade gegenübersitzt.

 

Darin liegt auch der Grund, warum wir Zen möglichst verständlich vermitteln möchten. Unsere Zeit verfügt über eine beinahe unbegrenzte Menge an Wissen, doch Wissen über Achtsamkeit bedeutet noch nicht, achtsam zu sein. Man kann hundert Bücher über Meditation lesen, ohne einen Atemzug wirklich wahrzunehmen. Man kann lange über Leerheit sprechen und gleichzeitig an jeder Vorstellung von sich selbst festhalten.

 

Die unmittelbare Erfahrung bleibt deshalb wesentlich. Wir sitzen, atmen, gehen, hören, arbeiten, essen und begegnen einander. Nicht um außergewöhnliche Menschen zu werden, sondern um wieder wahrzunehmen, was ohnehin geschieht.

 

Ein Mensch muss Śūnyatā nicht definieren können, um Loslassen zu erfahren. Er muss keine buddhistischen Fachbegriffe kennen, um einem anderen Menschen wirklich zuzuhören. Und er muss kein Buddhist sein, um für einen Augenblick ganz gegenwärtig zu sein. Die Tiefe des Zen sollte nicht davon abhängen, wie viel ein Mensch über Zen weiß.

 

Die Leichtigkeit des Zen

 

Einfachheit darf dabei nicht mit Oberflächlichkeit verwechselt werden. Achtsamkeit ist mehr als Entspannung und Meditation mehr als Stressreduktion. Zen verspricht kein Leben ohne Krankheit, Konflikte, Alter, Abschied und Schmerz. Die Leichtigkeit des Zen besteht nicht darin, dass das Leben plötzlich leicht wird.

 

Vielleicht entsteht eine andere Art von Leichtigkeit dort, wo wir lernen, dem, was geschieht, nicht unaufhörlich etwas hinzuzufügen. Ein Konflikt bleibt ein Konflikt, aber vielleicht müssen wir nicht gleichzeitig eine ganze Geschichte darüber erschaffen, warum der andere Mensch falsch und wir selbst richtig sind. Angst bleibt spürbar, doch wir können lernen, sie wahrzunehmen, ohne vollständig zu unserer Angst zu werden. Ein Verlust bleibt schmerzhaft, aber vielleicht können wir auch diesem Schmerz Raum geben, ohne sofort vor ihm fliehen zu müssen.

 

Leichtigkeit bedeutet dann nicht weniger Leben, sondern vielleicht weniger Widerstand gegen das Leben.

Dieser Gedanke begleitet die Zenklausen seit ihren Anfängen. Schon die Bücher von Adelheid Meutes-Wilsing und Judith Bossert tragen ihn in ihren Titeln: Zen für jeden Tag und Die Leichtigkeit des Zen – Zen im Alltag. Darin kommt eine Haltung zum Ausdruck, die für uns bis heute wesentlich ist. Zen soll nicht an einem besonderen Ort zurückbleiben. Was wir in der Stille erfahren, muss mitgehen können – nach Hause, an den Arbeitsplatz, in unsere Beziehungen, in Freude und Trauer und in die vielen unscheinbaren Tätigkeiten eines gewöhnlichen Tages.

 

Auch die Stille selbst verstehen wir deshalb nicht als Gegenwelt zum Leben. Sie ist kein Ort, an dem die Welt ausgesperrt werden soll. Sie kann vielmehr ein Raum sein, in dem wir wieder hören und wahrnehmen lernen.

 

Markus Wilsing beschreibt dies in Klang der Stille:

 

„Der Gong ruht geduldig –
ohne Eile, ohne Erwartung.
Und doch liegt sein Klang
schon in der Luft.

Die Steine schweigen.
Die Bäume atmen.

Vielleicht liegt darin
die eigentliche Lehre der Stille:
Nicht der Schlag erschafft den Klang –
sondern die Ruhe,
die ihm vorausgeht.“

 

Wir sind gewohnt, auf das Ereignis zu achten: auf den Schlag, den Klang, die Handlung, das Ergebnis. In der Stille kann auch der Raum davor wieder wahrnehmbar werden – die Pause, das Noch-nicht, das, was wir im Lärm unseres Alltags leicht überhören. Vielleicht müssen wir unserem Leben deshalb nicht immer etwas Neues hinzufügen. Manchmal genügt es, still genug zu werden, um wieder zu hören.

 

Vom Rückzug zurück ins Leben

 

Klöster und Zen-Zentren haben über Jahrhunderte Räume geschaffen, in denen Menschen sich intensiv der Praxis widmen können. Auch die Zenklausen sind ein solcher Ort des Rückzugs und der Stille. Wir schätzen diese Möglichkeit, aus den gewohnten Abläufen herauszutreten, langsamer zu werden und sich selbst und anderen aufmerksamer zu begegnen.

 

Doch Rückzug ist für uns kein Selbstzweck. Seine Bedeutung zeigt sich auch darin, was geschieht, wenn ein Mensch die Zenklausen wieder verlässt.

 

Was bleibt von unserer Achtsamkeit, wenn uns jemand widerspricht? Können wir einem Menschen zuhören, ohne bereits während seiner Worte unsere Antwort vorzubereiten? Was geschieht mit unserer Gelassenheit, wenn ein Plan scheitert? Können wir arbeiten, ohne gedanklich ständig bei der nächsten Aufgabe zu sein, oder einen Kaffee trinken, ohne gleichzeitig schon an den restlichen Tag zu denken?

 

An solchen unscheinbaren Stellen berühren sich Meditation und Leben.

 

Der Rückzugsort kann ein Übungsraum sein, doch das Leben selbst ist das große Übungsfeld. Der Alltag ist deshalb nicht die Unterbrechung des Zen. Er ist der Ort, an dem sich zeigt, ob die Stille etwas in unserem Leben berührt hat.

Vielleicht müssen wir Zen deshalb gar nicht „in den Alltag bringen“. Vielleicht entdecken wir vielmehr, dass es nie außerhalb dieses Alltags lag.

 

Ohne Titel bedeutet nicht ohne Wurzeln

 

Dass die Zenklausen bewusst darauf verzichten, Zen hauptsächlich über Titel, Gewänder oder religiöse Zugehörigkeit sichtbar zu machen, bedeutet nicht, dass unser Verständnis von Zen ohne Wurzeln wäre. Leerheit und Nicht-Anhaften, Selbststudium und Selbstvergessen, unmittelbare Erfahrung, Meditation, Stille und die Verbindung von Übung und Alltag gehören zu den grundlegenden Motiven der buddhistischen und späteren Chan- und Zen-Traditionen.

 

Wir möchten diese Tradition weder kopieren noch zurückweisen. Uns interessiert vielmehr die Frage, wie das, worauf sie seit Jahrhunderten zeigt, für Menschen unserer Zeit unmittelbar zugänglich bleiben kann.

 

Zen selbst hat auf seinem Weg durch verschiedene Kulturen immer wieder neue Ausdrucksformen gefunden. Deshalb dürfen auch wir fragen, was bewahrt werden muss, was sich verändern darf und was hinter beidem liegt.

 

Eine Robe kann Ausdruck gelebter Praxis sein und eine Jeans ebenso wenig ein Hindernis dafür. Eine Verbeugung kann von tiefer Achtsamkeit getragen sein, ebenso wie ein aufmerksamer Händedruck. Ein Kloster kann ein Ort des Zen sein, aber auch ein Frühstückstisch, eine Küche, ein Büro, ein Krankenhaus oder eine Parkbank.

 

Es geht nicht darum, die eine Form durch eine andere zu ersetzen. Es geht darum, die Form nicht mit dem Wesentlichen zu verwechseln.

 

Darin liegt für uns auch eine bestimmte Vorstellung von Begleitung. Spirituelle Begleitung verstehen wir als eine Beziehung, die Selbstständigkeit und eigene Erfahrung fördert. Ein erfahrener Mensch kann Orientierung geben, Fragen stellen, Erfahrungen teilen und einen Raum für Praxis und Stille eröffnen; die Erfahrung selbst aber kann niemand einem anderen abnehmen. Begleitung soll Menschen darin unterstützen, zunehmend selbst wahrzunehmen, selbst zu unterscheiden und ihren eigenen Weg zu gehen.

 

Vielleicht zeigt sich der Erfolg eines solchen Ortes sogar darin, dass ein Mensch ihn irgendwann nicht mehr braucht. Er nimmt keine neue Rolle mit nach Hause, sondern vielleicht etwas mehr Gegenwärtigkeit, etwas weniger Festhalten, etwas mehr Vertrauen und eine andere Art, seinem Leben und seinen Mitmenschen zu begegnen.

 

Lernen zu sein

 

Wir verbringen einen erstaunlich großen Teil unseres Lebens damit, etwas werden zu wollen: erfolgreicher, ruhiger, anerkannter, glücklicher oder spiritueller. Selbst Meditation kann Teil dieses Projektes werden, wenn wir hoffen, durch genügend Übung irgendwann ein anderer Mensch zu sein.

 

Zen stellt diesem ständigen Werden eine einfache und zugleich schwierige Frage entgegen: „Was geschieht, wenn für einen Augenblick nichts erreicht werden muss?“ Und vielleicht noch unmittelbarer: „Wer bist Du, wenn Dich niemand ruft?“

 

„Lernen zu sein“ klingt zunächst widersprüchlich, denn niemand muss lernen zu existieren. Vielleicht besteht dieses Lernen vielmehr darin, wahrzunehmen, was wir zwischen uns und den gegenwärtigen Augenblick stellen: unsere Vorstellungen und Ängste, unsere Erwartungen und Rollen, unsere Geschichten darüber, wer wir sind und wer wir sein sollten.

 

Es geht nicht darum, all das zu bekämpfen oder loswerden zu müssen. Auch das wäre wieder ein neues Ziel. Vielleicht genügt es zunächst, es wahrzunehmen. Und manchmal löst sich etwas, weil es gesehen wurde.

 

So begegnet uns über die Geschichte der Zenklausen hinweg eine gemeinsame Bewegung in unterschiedlichen Stimmen. Adelheid erinnert mit „Ohne Titel, ohne Kittel“ und zugleich dem „Kittel aus zehntausend Flicken“ an die Freiheit gegenüber der Form. Judith erinnert mit ihrem „Schritt vor Schritt – manchmal zögernd“ daran, dass der Weg nicht behauptet, sondern gegangen wird. Und Markus erinnert mit dem Klang der Stille daran, still genug zu werden, um wieder wahrnehmen zu können.

 

Diese Stimmen sagen nicht dasselbe. Sie müssen es auch nicht. Vielleicht gehören gerade ihre Unterschiede zusammen: Loslassen und gehen, still werden und wahrnehmen, begegnen und leben.

 

Unsere Aufgabe

 

Die Zenklausen verstehen Zen nicht als Besitz einer bestimmten Gruppe und nicht als kulturelles Ausstellungsstück. Wir möchten einen Raum schaffen, in dem Menschen Menschen begegnen können – einen Raum für Stille und Achtsamkeit, für Rückzug und Begegnung, für Fragen, auf die nicht sofort eine Antwort notwendig ist. Einen Raum für Menschen mit und ohne religiöse Heimat, für Menschen, die zum ersten Mal meditieren, ebenso wie für Menschen, die diesen Weg seit vielen Jahren gehen.

 

Nicht um das Leben hinter sich zu lassen, sondern um ihm wieder näherzukommen.

 

Darin sehen wir unsere Aufgabe: das Tiefe zugänglich zu machen, ohne es zu vereinfachen; das Erfahrbare erfahrbar werden zu lassen, ohne es erklären zu müssen; und das in der Stille Erkannte nicht in der Stille zurückzulassen, sondern im Alltag lebbar werden zu lassen.

 

Vielleicht braucht unsere Zeit gerade solche Orte. Nicht noch mehr Geschwindigkeit und nicht noch mehr Selbstoptimierung, nicht noch eine Stimme, die uns erklärt, wer wir sein sollen, sondern manchmal einen Ort, an dem wir still genug werden können, um wieder wahrzunehmen, was längst da ist.

 

Und dann gehen wir zurück in unser Leben: zu unseren Familien und Freunden, an unsere Arbeitsplätze, in unsere Beziehungen, in Freude und Konflikt, in Gelingen und Scheitern, in unsere ganz gewöhnlichen und unvollkommenen Tage.

 

Schritt vor Schritt, manchmal zögernd.

 

Denn dort gehört Zen hin.

 

Ohne Titel, ohne Kittel – und zugleich mit allen Titeln dieser Welt und einem Kittel aus zehntausend Flicken.

 

Zen für jeden. Zen für jeden Tag. Zen mitten im Leben.

Wurzeln und weiterführende Gedanken

Unser Verständnis steht in Verbindung mit grundlegenden Gedanken der buddhistischen, Chan- und Zen-Tradition. Die Verbindung von Form und Leerheit findet ihren klassischen Ausdruck im Herz-Sutra; Dōgens Genjōkōan gehört zu den wichtigen Quellen für das Verständnis von Selbststudium und Selbstvergessen. Diese Quellen sollen nicht als Autoritätsbeweis dienen, sondern sichtbar machen, in welchem größeren geistigen Zusammenhang Fragen stehen, die auch die Zenklausen bewegen.

 

Gleichzeitig hat sich in den Zenklausen über Jahrzehnte eine eigene Sprache entwickelt: in den Gedanken und Texten von Adelheid Meutes-Wilsing und Judith Bossert, in ihren Büchern Zen für jeden Tag und Die Leichtigkeit des Zen – Zen im Alltag sowie in den Impulsen und der Praxis des heutigen Teams.

 

Tradition bedeutet für uns deshalb nicht, die Vergangenheit unverändert zu wiederholen. Ebenso wenig bedeutet Erneuerung, die Vergangenheit abzuschneiden. Ein lebendiger Weg braucht Wurzeln und die Freiheit zu wachsen.

 

Vielleicht ist auch das Zen:

 

nicht weg vom Leben, sondern mitten hinein.

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